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LEVANA MagazinVenen & Beine

Besenreiser: harmlos oder Warnsignal? Ursachen, Entfernung, Kosten

Besenreiser sind meist harmlos. Wann Du sie abklären lassen solltest, was Verödung und Laser leisten und warum die Krankenkasse meist nicht zahlt.

Flache Illustration: Frau mit feinem Gefäßnetz am Unterschenkel und Spiegel; Pfeil zu stärkeren Venenlinien unter einer Lupe und ärztlicher Untersuchung am Bein, von Selbstwahrnehmung zur medizinischen Einordnung.
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Besenreiser sind erweiterte feine Venen direkt in der Haut. Für sich genommen sind sie harmlos und müssen nicht behandelt werden. Sie sind sehr häufig: In der Bonner Venenstudie waren bei 59 % der Erwachsenen Besenreiser oder feine retikuläre Venen die einzige sichtbare Venenveränderung, bei Frauen und Männern etwa gleich oft. Manchmal sind sie aber ein Hinweis auf eine andere Venenerkrankung. Deshalb lohnt sich einmal ein genauer Blick, besonders wenn Deine Beine zusätzlich schwer, geschwollen oder schmerzhaft sind.

Stand: Oktober 2026. Die Quellen sind unten verlinkt.

Auf einen Blick

  • Was sie sind: erweiterte feine Hautvenen, medizinisch eine Form von Krampfadern. In der internationalen CEAP-Einteilung ist das die Stufe C1.
  • Harmlos: Besenreiser selbst haben keine gesundheitlichen Folgen. Sie sind keine chronische Veneninsuffizienz.
  • Abklären lassen: wenn schwere, geschwollene Beine oder Schmerzen dazukommen, und immer bevor Besenreiser entfernt werden. Dafür gibt es den Duplex-Ultraschall.
  • Entfernen: mit Verödung (Sklerotherapie) oder Laser. Oft sind mehrere Sitzungen nötig.
  • Kosten: Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Entfernung in der Regel nicht, weil sie meist aus kosmetischen Gründen erfolgt.

Was sind Besenreiser?

Direkt unter der Hautoberfläche liegt ein Netz feiner Venen. Sind diese erweitert und schimmern rötlich bis bläulich durch, spricht man von Besenreisern. Der Name kommt vom Aussehen: Die feinen Verästelungen erinnern an die Zweige eines Reisigbesens. Fachleute sprechen von Besenreiservarizen, denn medizinisch zählen Besenreiser zu den Krampfadern.

So erkennst Du sie:

  • hellrote bis dunkelblaue, netzförmige oder baumartig verzweigte Linien, manchmal auch rötliche Flecken
  • lassen sich mit dem Finger wegdrücken und füllen sich danach schnell wieder
  • häufig an der Außenseite der Oberschenkel, in der Kniekehle, an den Innenseiten der Unterschenkel und an den Knöcheln
  • manchmal auch im Gesicht

Meist machen Besenreiser keine Beschwerden. Nur wenn sie großflächig auftreten, was selten ist, kann die Stelle leicht schmerzen und warm sein.

Besenreiser, Krampfadern, CVI: der Unterschied

BesenreiserKrampfadernChronische venöse Insuffizienz (CVI)
Waserweiterte feine Venen in der Hauterweiterte, oft geschlängelte Venen unter der HautFolgen eines gestörten Rückflusses: Schwellung, Hautveränderungen, Wunden
CEAPC1C2C3 bis C6
Medizinischharmloskönnen Beschwerden und Komplikationen machenbehandlungsbedürftig

Wichtig: Besenreiser können ein Zeichen dafür sein, dass auch größere Venen betroffen sind. Mehr dazu in unserem Vergleich Besenreiser vs. Krampfadern und auf unserer Seite zu Krampfadern.

Wie häufig das alles ist, zeigt die Bonner Venenstudie: Nur rund 10 % der Erwachsenen haben keine sichtbaren Veränderungen an den Beinvenen. Bei 59 % sind Besenreiser und ähnlich feine Venen die stärkste Ausprägung.

Ursachen: Warum entstehen Besenreiser?

  • Veranlagung: Haben Mutter, Vater oder beide Besenreiser, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Du auch welche bekommst. Zwangsläufig ist das aber nicht.
  • Alter: Die feinen Hautvenen verlieren mit den Jahren an Elastizität, deshalb werden Besenreiser mit dem Alter häufiger. Treffen können sie aber jeden, jung oder alt, Frau oder Mann.
  • Hormone: Schwangerschaft, Wechseljahre und Hormonpräparate wie die Pille zählen zu den Risikofaktoren. Mehr dazu: Wechseljahre und schwere Beine.
  • Alltag: überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit, wenig Bewegung und Übergewicht.
  • Medikamente: Auch Medikamente gegen Bluthochdruck nennt die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie als Risikofaktor. Setz deshalb nichts eigenständig ab, sondern sprich mit Deiner Praxis.

Wann solltest Du Besenreiser abklären lassen?

Für sich genommen brauchen Besenreiser keine ärztliche Behandlung. Lass Deine Venen aber von einer Venenärztin oder einem Venenarzt (Phlebologie) anschauen, wenn:

  • Deine Beine zusätzlich schwer, geschwollen oder schmerzhaft sind
  • Du Krampfadern siehst oder sich die Haut an den Knöcheln verändert
  • Du Deine Besenreiser entfernen lassen möchtest

Besenreiser erkennt die Ärztin oder der Arzt meist schon mit bloßem Auge. Mit einem Duplex-Ultraschall lässt sich zusätzlich prüfen, ob die größeren Venen darunter gesund sind. Vor einer Entfernung gehört diese Untersuchung laut Fachgesellschaft immer dazu. Die gute Nachricht: Ist das Venensystem gesund, sind laut Fachgesellschaft keine regelmäßigen Kontrollen nötig.

Wenn Du Deine Beschwerden vorab einordnen möchtest, hilft unser Ratgeber zu schweren Beinen und ihren Ursachen.

Besenreiser entfernen: Verödung oder Laser?

Für die Entfernung haben sich zwei Methoden durchgesetzt. Beide laufen ambulant und brauchen im Normalfall keine Betäubung, ganz schmerzfrei sind sie aber nicht.

Verödung (Sklerotherapie): Mit einer feinen Nadel spritzt die Ärztin oder der Arzt ein Verödungsmittel in die Äderchen. Die Gefäßwände verkleben, der Körper baut sie danach langsam ab. In Deutschland ist dafür der Wirkstoff Polidocanol zugelassen. Laut Leitlinie gehören Besenreiser zu den klaren Anwendungsgebieten der Verödung.

Lasertherapie: Energiereiches Laserlicht verschließt die Äderchen durch die Haut hindurch. Der Laser eignet sich vor allem für sehr feine, flächige Besenreiser.

Was Du wissen solltest:

  • Mehrere Sitzungen: Eine Behandlung reicht nicht immer. Das endgültige Ergebnis siehst Du erst nach einigen Wochen.
  • Pigmentflecken: Bei beiden Verfahren kann sich die Haut an der Stelle bräunlich verfärben. Meist verblasst das wieder, manchmal bleibt es. Verzichte deshalb in den ersten Wochen nach der Behandlung auf Sonnenbäder, beim Laser auch schon vier bis sechs Wochen vorher.
  • Kompression nach der Verödung: Danach solltest Du mindestens ein bis zwei Tage Kompressionsstrümpfe tragen und Dich viel bewegen. Laut Leitlinie verbessert Kompression nach der Verödung das Ergebnis und verringert Pigmentflecken. Wie lange genau, legt Deine Ärztin oder Dein Arzt fest. Nach einer Laserbehandlung ist keine Kompression nötig.
  • Erst die Ursache: Steckt eine Erkrankung der größeren Venen dahinter, wird diese zuerst behandelt. Sonst können die Besenreiser nach der Entfernung wiederkommen, oft sogar stärker.

Eine Radiofrequenztherapie ist übrigens kein Verfahren für Besenreiser. Sie wird bei größeren Krampfadern eingesetzt.

Was kostet die Entfernung?

Weil die Entfernung von Besenreisern in erster Linie kosmetische Gründe hat, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht. Du zahlst die Behandlung als Selbstzahlerleistung. Die Fachgesellschaft rät, Dich vorab über den Preis zu informieren und gegebenenfalls mehrere Angebote zu vergleichen.

Vorbeugen: Was Du selbst tun kannst

Ganz verhindern lassen sich Besenreiser nicht, vor allem bei familiärer Veranlagung. Du kannst aber die Risikofaktoren angehen, die ihr Entstehen und Ausbreiten begünstigen:

  • Bewegen statt lange stehen oder sitzen: Pausen im Büro, Treppe statt Aufzug, einfache Venengymnastik wie Zehenstand oder Fußkreisen. Das aktiviert die Wadenmuskelpumpe.
  • Gewicht: Übergewicht ist ein Risikofaktor. Mehr dazu: Hat Adipositas Einfluss auf schwere Beine?
  • Hitze: Wärme kann schwere und geschwollene Beine verstärken. Kalte Güsse und Hochlagern tun an warmen Tagen gut.

Wenn die Beine schwer werden

Wer viel steht oder lange reist, empfindet leichte Stützstrümpfe ohne Rezept oft als angenehm. Dass Stützstrümpfe Besenreisern vorbeugen, ist allerdings nicht belegt. Medizinische Kompression bei Venenerkrankungen verordnet Deine Ärztin oder Dein Arzt.

Mythen über Besenreiser

  • „Nur ältere Frauen bekommen Besenreiser." Falsch. Besenreiser werden zwar mit dem Alter häufiger, kommen aber bei Frauen und Männern etwa gleich oft vor.
  • „Besenreiser führen unbehandelt zum offenen Bein." Falsch. Besenreiser selbst haben keine gesundheitlichen Folgen. Ein offenes Bein ist eine Komplikation fortgeschrittener Krampfadern und Venenschwäche.
  • „Mit Cremes kann man Besenreiser entfernen." Falsch. Dass Cremes oder Salben Besenreiser beseitigen, ist nicht belegt.

Häufige Fragen

Sind Besenreiser gefährlich? Nein. Besenreiser selbst sind harmlos. Sie können aber ein Hinweis auf eine andere Venenerkrankung sein. Kommen schwere, geschwollene Beine oder Schmerzen dazu, lass Deine Venen per Ultraschall untersuchen.

Sind Besenreiser ein Zeichen für eine Venenschwäche? Nicht unbedingt. Medizinisch gelten Besenreiser als CEAP-Stufe C1, eine chronische venöse Insuffizienz beginnt erst bei C3. Manchmal stecken aber undichte größere Venen dahinter. Das klärt ein Duplex-Ultraschall.

Kann man Besenreiser vollständig entfernen? Meist ja, mit Verödung oder Laser. Oft sind mehrere Sitzungen nötig, und neue Besenreiser können später wieder entstehen.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlung? In der Regel nicht. Die Entfernung gilt als kosmetische Behandlung, die Kosten trägst Du selbst.

Muss ich nach der Verödung Kompressionsstrümpfe tragen? Ja, mindestens ein bis zwei Tage, wie lange genau, sagt Dir Deine Ärztin oder Dein Arzt. Nach einer Laserbehandlung ist das nicht nötig.

Wo treten Besenreiser auf? Meist an den Beinen: an den Oberschenkeln außen, in der Kniekehle, an den Innenseiten der Unterschenkel und an den Knöcheln. Manchmal auch im Gesicht.

Fazit

Besenreiser sind sehr häufig und für sich genommen harmlos. Störend finden sie viele trotzdem, und dann lassen sie sich mit Verödung oder Laser meist gut entfernen, auf eigene Kosten. Lass vorher die größeren Venen per Ultraschall prüfen, vor allem wenn Deine Beine schwer oder geschwollen sind.


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Quellen

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wende Dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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