Besenreiser oder Krampfadern? Der Unterschied und wann Du handeln solltest
Besenreiser sind harmlos, Krampfadern können Beschwerden und Komplikationen machen. So unterscheidest Du sie, und so werden sie behandelt.

Auf dieser Seite
- Auf einen Blick
- Der Unterschied auf einen Blick
- Werden aus Besenreisern Krampfadern?
- Ursachen und Risikofaktoren
- Symptome: Woran Du Krampfadern erkennst
- Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
- Behandlung von Besenreisern
- Behandlung von Krampfadern
- Was Du selbst tun kannst
- Leichte Unterstützung im Alltag
- FAQ: Besenreiser und Krampfadern
- Fazit
- Dein nächster Schritt
- Quellen
- Haftungsausschluss
Besenreiser und Krampfadern sind beides erweiterte Venen, aber in ganz unterschiedlicher Größe. Besenreiser sind feine, rötlich-bläuliche Äderchen direkt in der Haut. Sie sind harmlos und machen meist keine Beschwerden. Krampfadern sind größere, oft geschlängelte Venen unter der Haut. Sie können schwere Beine und Schwellungen verursachen, seltener auch Komplikationen wie ein offenes Bein. Medizinisch gehören beide zu den Krampfadern, Besenreiser sind ihre kleinste Form.
Stand: Oktober 2026. Die Quellen sind unten verlinkt.
Auf einen Blick
- Besenreiser: feine Venen in der Haut, CEAP-Stufe C1, harmlos. Sie können aber ein Hinweis darauf sein, dass auch größere Venen betroffen sind.
- Krampfadern: erweiterte oberflächliche Venen, CEAP-Stufe C2. Etwa 20 % der Erwachsenen bekommen irgendwann Krampfadern.
- Komplikationen: Unbehandelte Krampfadern führen bei etwa 3 bis 6 % der Betroffenen zu einem offenen Bein. Besenreiser selbst haben keine gesundheitlichen Folgen.
- Abklärung: Ein Duplex-Ultraschall zeigt, ob hinter Besenreisern undichte größere Venen stecken.
- Behandlung: Besenreiser werden aus kosmetischen Gründen verödet oder gelasert, auf eigene Kosten. Bei Krampfadern helfen Kompression, Bewegung und Hochlagern, bei Bedarf ein Eingriff.
Der Unterschied auf einen Blick
| Besenreiser | Krampfadern | |
|---|---|---|
| Was | erweiterte feine Venen in der Haut | erweiterte, oft geschlängelte Venen unter der Haut |
| Aussehen | rötlich bis bläulich, netz- oder fächerförmig | bläulich, dicker, oft hervortretend |
| CEAP-Stufe | C1 | C2 |
| Beschwerden | meist keine | oft schwere, müde Beine, Spannungsgefühl, Juckreiz, abends schlimmer |
| Gesundheitliche Folgen | keine | am häufigsten ein offenes Bein (bei 3 bis 6 % unbehandelt), selten Venenentzündung, Thrombose, Blutung |
| Behandlung | nur wenn gewünscht, kosmetisch | Kompression, Bewegung, bei Bedarf Eingriff |
Mehr zu den einzelnen Themen: Besenreiser und Krampfadern.
Werden aus Besenreisern Krampfadern?
Nicht unbedingt. Besenreiser sind laut Deutscher Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie größtenteils harmlos. Sie können aber ein Anzeichen für eine schwerwiegendere Venenerkrankung wie Krampfadern oder eine chronische venöse Insuffizienz sein. Deshalb rät die Fachgesellschaft, die größeren Venen darunter einmal per Duplex-Ultraschall beurteilen zu lassen, vor allem wenn schwere, geschwollene Beine oder Schmerzen dazukommen. Ist das Venensystem gesund, sind keine regelmäßigen Kontrollen nötig.
Ursachen und Risikofaktoren
Krampfadern entstehen, wenn sich Blut in den oberflächlichen Beinvenen zurückstaut. Die Hauptursache sind laut IQWiG schwache Venenwände und Venenklappen. Bei Besenreisern verlieren die feinen Hautvenen mit den Jahren an Elastizität.
Beide haben ähnliche Risikofaktoren:
- Veranlagung: Krampfadern oder Besenreiser in der Familie
- Alter: Beide werden mit den Jahren häufiger.
- Geschlecht: Frauen bekommen öfter Krampfadern. Besenreiser kommen bei Frauen und Männern etwa gleich oft vor.
- Hormone: Schwangerschaft bei beiden, bei Besenreisern laut Fachgesellschaft auch Wechseljahre und Hormonpräparate wie die Pille
- Alltag: Berufe mit viel Stehen (bei Besenreisern auch viel Sitzen), wenig Bewegung, starkes Übergewicht
- Vorerkrankung: eine frühere tiefe Beinvenenthrombose (bei Krampfadern)
Symptome: Woran Du Krampfadern erkennst
- sichtbare, oft geschlängelte und hervortretende Venen, meist an den Waden oder an den Innenseiten der Beine
- schwere, müde Beine, Spannungsgefühl oder Juckreiz
- Schwellungen, besonders an den Knöcheln
- Beschwerden, die gegen Abend, nach langem Sitzen oder Stehen und bei warmem Wetter zunehmen
- manchmal nächtliche Wadenkrämpfe
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
Lass Deine Beine von einer Venenärztin oder einem Venenarzt (Phlebologie) untersuchen, wenn:
- Krampfadern Beschwerden machen oder Dich stark belasten
- Deine Knöchel immer wieder anschwellen
- sich die Haut an den Unterschenkeln braun verfärbt, verhärtet oder juckt
- Du Besenreiser entfernen lassen möchtest
Rasch abklären lassen: eine schmerzhafte, gerötete, verhärtete Krampfader (mögliche Venenentzündung), ein Hautausschlag über den Krampfadern, eine starke Beinschwellung oder eine Wunde am Knöchel oder Unterschenkel, die ohne Verletzung entsteht oder nach zwei Wochen nicht verheilt ist.
Noch am selben Tag: wenn ein Bein plötzlich oder einseitig anschwillt, denn das kann eine Thrombose sein.
Sofort Hilfe holen: wenn eine Krampfader blutet. Leg das Bein hoch, drück fest auf die blutende Stelle und ruf bei starker Blutung die 112.
Sofort 112: bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen, blutigem Husten oder Schwindel, denn das kann eine Lungenembolie sein. Auch ein Bein, das plötzlich kalt, blass oder taub wird, ist ein Notfall.
Behandlung von Besenreisern
Besenreiser müssen medizinisch nicht behandelt werden. Wer sie entfernen lassen möchte: Vorher prüft die Ärztin oder der Arzt die größeren Venen per Ultraschall. Sind sie erkrankt, werden sie zuerst behandelt, sonst kommen die Besenreiser oft wieder. Für die Entfernung gibt es zwei bewährte Methoden:
- Verödung (Sklerotherapie): Ein Wirkstoff wird in die Äderchen gespritzt, die Gefäßwände verkleben. Danach trägst Du mindestens ein bis zwei Tage Kompressionsstrümpfe.
- Laser: Laserlicht verschließt die Äderchen durch die Haut hindurch, gut geeignet für sehr feine, flächige Besenreiser.
Oft sind mehrere Sitzungen nötig. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Entfernung in der Regel nicht, weil sie kosmetische Gründe hat. Details im Beitrag Besenreiser.
Behandlung von Krampfadern
Im Alltag: Laut IQWiG wird zunächst empfohlen, langes Stehen und Sitzen zu vermeiden, Dich so viel wie möglich zu bewegen, die Beine hochzulegen und bei Übergewicht abzunehmen. Dazu kommen Kompressionsstrümpfe. Laut Leitlinie bilden Kompression, Bewegung und Hochlagern die Basistherapie. Wie Krampfadern fortschreiten können, zeigt die Bonner Venenstudie: Nach 6,7 Jahren hatten 19,8 % der Menschen mit Krampfadern außerhalb der Stammvenen und 31,8 % mit Krampfadern der Stammvenen eine chronische venöse Insuffizienz entwickelt. Wie gut Kompression gegen Krampfader-Beschwerden hilft, ist laut IQWiG allerdings noch unklar.
Eingriffe: Wenn Krampfadern starke Beschwerden machen oder sehr belasten, kann ein Eingriff helfen. Die Leitlinie beschreibt unter anderem:
- Hitzeverfahren von innen: Radiofrequenzablation oder endovenöse Lasertherapie. Über einen dünnen Katheter wird die Vene durch Wärme verschlossen.
- Verödung mit Flüssigkeit oder Schaum: Der Wirkstoff verschließt die Vene, laut IQWiG wird sie zu Bindegewebe umgebaut.
- Weitere Katheterverfahren: etwa die mechanisch-chemische Ablation oder ein Venenkleber.
- Operation: das klassische Venenstripping oder venenerhaltende Verfahren wie CHIVA.
Welches Verfahren passt, hängt vom Ultraschallbefund ab. Wie bei Besenreisern können nach einer Verödung bräunliche Hautverfärbungen an den Einstichstellen entstehen, die meist wieder verblassen.
Was Du selbst tun kannst
- Bewegen: Gehen, Treppensteigen, Radfahren oder Schwimmen aktivieren die Wadenmuskelpumpe. Einfache Übungen findest Du in der Venengymnastik.
- Pausen: Steh im Büro regelmäßig auf, und lauf ein paar Schritte.
- Hochlegen: Leg die Beine beim Sitzen hoch und überkreuze sie nicht.
- Gewicht: Starkes Übergewicht ist ein Risikofaktor. Ob Abnehmen die Beschwerden lindert, ist laut gesund.bund.de noch unklar.
- Hitze: Wärme verstärkt die Beschwerden oft. Kalte Güsse tun an warmen Tagen gut.
Mehr Tipps: Krampfadern vorbeugen.
Leichte Unterstützung im Alltag
Manche Menschen, die viel stehen, mögen das Gefühl leichter Stützstrümpfe ohne Rezept im Alltag. Sie sind kein Ersatz für ärztlich verordnete Kompression und schützen nicht vor Thrombosen. Dass sie Besenreisern oder Krampfadern vorbeugen, ist nicht belegt. Medizinische Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern kann Dir Deine Ärztin oder Dein Arzt verordnen. Dann übernimmt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel die Kosten, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung. Mehr dazu: Kompressionsstrümpfe auf Rezept.
FAQ: Besenreiser und Krampfadern
Sind Besenreiser gefährlich? Nein. Besenreiser sind harmlos. Sie können aber ein Hinweis auf eine Erkrankung der größeren Venen sein. Kommen schwere, geschwollene Beine oder Schmerzen dazu, lass Deine Venen per Ultraschall untersuchen.
Was ist der Unterschied zwischen Besenreisern und Krampfadern? Besenreiser sind feine, erweiterte Venen in der Haut (CEAP C1) und harmlos. Krampfadern sind größere, erweiterte Venen unter der Haut (C2) und können Beschwerden und Komplikationen verursachen.
Werden aus Besenreisern Krampfadern? Nicht unbedingt. Besenreiser können aber ein Zeichen dafür sein, dass auch größere Venen betroffen sind. Ein Duplex-Ultraschall klärt das.
Kann man Krampfadern ohne Operation behandeln? Ja. Neben Kompression, Bewegung und Hochlagern gibt es Hitzeverfahren über einen Katheter und die Verödung. Welche Methode passt, hängt vom Befund ab.
Hilft Sport gegen Krampfadern? Bewegung aktiviert die Wadenmuskelpumpe und gehört zur Basistherapie bei Krampfadern. Gut geeignet sind Gehen, Radfahren, Schwimmen und Venengymnastik.
Zahlt die Krankenkasse die Behandlung? Die Entfernung von Besenreisern zahlt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel nicht. Medizinische Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern übernimmt sie mit ärztlicher Verordnung in der Regel, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung.
Fazit
Besenreiser sind harmlos und ein kosmetisches Thema. Krampfadern dagegen können Beschwerden machen, seltener auch Komplikationen wie ein offenes Bein. Wenn Du beides hast oder Deine Beine schwer und geschwollen sind, lass Deine Venen einmal per Ultraschall untersuchen. Dann weißt Du, ob Du nur etwas für die Optik oder auch für Deine Gesundheit tun solltest.
Dein nächster Schritt
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Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie: Besenreiser, abgerufen 04.10.2026: Einordnung, Risikofaktoren, Abklärung, Verödung und Laser, Kosten
- IQWiG: Krampfadern, aktualisiert 02.01.2023: Ursachen, Häufigkeit, Komplikationen, Behandlung
- gesund.bund.de: Krampfadern, Stand 18.10.2024
- AWMF S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose (037-018), Stand 03/2019, in Überarbeitung: CEAP, Bonner Venenstudie, Basistherapie, Behandlungsverfahren
- Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin: Geschwollene Beine im Sommer, 19.06.2026: Warnzeichen
- gesund.bund.de: Tiefe Venenthrombose; Lungenembolie
Haftungsausschluss
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wende Dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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