Kompressionsstrümpfe ausziehen: der Trick ohne Kraft und Bücken
Kompressionsstrümpfe ausziehen ohne Kraft und ohne Bücken: die Technik Schritt für Schritt, passende Ausziehhilfen und was Du dem Gestrick dabei ersparst.

Auf dieser Seite
- Auf einen Blick
- Wie ziehe ich Kompressions- und Stützstrümpfe richtig aus?
- Geht es auch mit einem Schuhlöffel?
- Welche Ausziehhilfen gibt es, wenn Bücken schwerfällt?
- Wie schonst Du das Gestrick beim Ausziehen?
- Was machst Du direkt nach dem Ausziehen?
- Was tun, wenn sich der Strumpf abends kaum lösen lässt?
- Häufige Fragen
- Quellen
So ziehst Du Kompressionsstrümpfe aus: Du rollst sie ab, statt an ihnen zu ziehen, das ist der ganze Trick. Setz Dich hin, schlag den oberen Rand nach außen um und roll den Strumpf rundherum gleichmäßig bis zur Ferse ab. Über die Ferse schiebst Du ihn, statt an der Spitze zu zerren. Handschuhe geben Grip, und ohne Bücken geht es mit einem Ausziehstab, der den Strumpf nach unten schiebt. Das gilt für Kompressionsstrümpfe genauso wie für Stützstrümpfe.
Über den Tag können die Beine etwas anschwellen, dann sitzt der Strumpf abends straffer, und wer sich zu schnell bewegt, kämpft eher. Wer morgens gut zurechtkommt und abends kämpft, macht nichts falsch.
Stand: November 2026. Die Quellen sind unten verlinkt.
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Auf einen Blick
- Abrollen, nicht ziehen. Zerren am Strumpf kann das Gestrick beschädigen.
- Handschuhe helfen auch abends. Sie sind kein reines Anziehwerkzeug.
- Für abends gibt es eigene Hilfen. Anziehgestelle sind vor allem fürs Anziehen gedacht. Fürs Ausziehen gibt es Ausziehstäbe, und manche Gleiter funktionieren in beide Richtungen. Sie können ärztlich verordnet werden.
- Nachts ablegen, außer Deine Ärztin oder Dein Arzt hat es ausdrücklich anders besprochen.
- Abends waschen. Schweiß und Schmutz greifen sonst das Material an.
Wie ziehe ich Kompressions- und Stützstrümpfe richtig aus?
Du rollst den Strumpf ab, statt an ihm zu ziehen. Setz Dich hin, schlag den oberen Rand nach außen um und roll den Strumpf mit beiden Händen rundherum gleichmäßig bis zur Ferse ab. Dann schiebst Du ihn über Ferse und Fuß. So beschreibt es auch der Hersteller Ofa, und so schonst Du das Gestrick.
Kurz zusammengefasst:
- Hinsetzen, bei Bedarf Gummihandschuhe anziehen.
- Den oberen Rand mit beiden Daumen nach außen umschlagen.
- Den Strumpf rundherum gleichmäßig bis zur Ferse abrollen.
- Ihn über Ferse und Fuß schieben, ohne an der Spitze zu ziehen.
Die einzelnen Schritte mit Bildern:
Die Gegenrichtung steht unter Kompressionsstrümpfe anziehen.
1. Bequem hinsetzen. Ein stabiler Stuhl oder die Bettkante. Nichts Weiches, sonst rutschst Du beim Ziehen weg. Wenn Du Handschuhe hast, zieh sie an. Sie geben auch hier Grip und schonen das Gestrick.
2. Bund umschlagen. Greif mit beiden Daumen von innen unter den oberen Rand und schlag ihn nach außen um. Du drehst damit den obersten Teil des Strumpfes auf links.

3. Nach unten abrollen. Jetzt rollst Du mit beiden Händen von außen nach unten ab, rundherum gleichmäßig, nicht nur vorne. Der Strumpf wird dabei Stück für Stück umgestülpt, ähnlich wie beim Anziehen, nur in die andere Richtung.
4. Über die Ferse lösen. Der letzte Teil geht über die Ferse und dann vom Fuß. Hier ist die Versuchung am größten, einfach an der Spitze zu zerren. Tu es nicht, denn Ziehen am Strumpf selbst kann den Stoff beschädigen. Schieb ihn lieber gleichmäßig und nicht in einem Ruck über die Ferse.
Wenn der Strumpf an der Ferse hängt, hilft es manchen, das Knie anzuwinkeln und den Fuß leicht zu strecken.

Geht es auch mit einem Schuhlöffel?
Ein Ausziehstab sieht aus wie ein langer Schuhlöffel und arbeitet auch so. So gehst Du vor:
- Setz Dich hin und schlag den oberen Rand des Strumpfes nach außen um.
- Setz den Stab innen am umgeschlagenen Rand an.
- Schieb den Strumpf damit nach unten, gleichmäßig und ohne ins Gestrick einzuhaken.
- Schieb ihn weiter über die Ferse und zieh den Fuß heraus.
Ein gewöhnlicher langer Schuhlöffel kann im Notfall ähnlich funktionieren, ist dafür aber nicht gemacht. Achte dann auf eine ganz glatte, abgerundete Kante, schieb nur nach unten und hak nicht ins Gestrick ein, sonst entstehen Laufmaschen. Wer täglich so auszieht, ist mit einem Ausziehstab aus dem Sanitätshaus besser bedient, und der kann bei eingeschränkter Beweglichkeit verordnet werden.
Welche Ausziehhilfen gibt es, wenn Bücken schwerfällt?
Wenn Du abends nicht mehr gut an den Fuß kommst, gibt es Ausziehhilfen. Die bekannteste ist der Ausziehstab, der einem langen Schuhlöffel ähnelt und den Strumpf bis über die Ferse nach unten schiebt. Manche Gleiter funktionieren in beide Richtungen. Laut Leitlinie können solche Hilfen bei eingeschränkter Beweglichkeit ärztlich verordnet werden.
| Hilfsmittel | Wie es funktioniert |
|---|---|
| Ausziehstab | Ähnlich einem langen Schuhlöffel: Du schiebst den Strumpf damit nach unten bis über die Ferse. |
| Kombigeräte | Manche Hilfen funktionieren in beide Richtungen, etwa Gleiter für An- und Ausziehen. |
Wichtig zu wissen: Ein Strumpfanzieher ist vor allem fürs Anziehen gedacht. Fürs Ausziehen gibt es eigene Hilfen, und manche Gleiter funktionieren in beide Richtungen. Frag im Sanitätshaus, was zu Deinem Strumpf passt.
Lass Dir die Hilfen im Sanitätshaus zeigen und probier sie dort mit Deinem eigenen Strumpf aus.
Auf Rezept: Wer schlecht an die Füße kommt, sollte laut Leitlinie geeignete An- und Ausziehhilfen verordnet bekommen, auf einem eigenen Rezept. Du zahlst dann die gesetzliche Zuzahlung.
Wie schonst Du das Gestrick beim Ausziehen?
Am meisten schonst Du das Gestrick, wenn Du abrollst statt zu zerren, Schmuck vorher ablegst und gleichmäßig statt ruckartig arbeitest. Das zählt, denn laut Leitlinie hängt die Nutzungsdauer eines Kompressionsstrumpfs, in der Regel sechs Monate, auch davon ab, wie Du ihn pflegst, anziehst und ausziehst. Hersteller und Fachgesellschaft nennen dazu drei Punkte.
- Zerren am Strumpf kann den Stoff beschädigen.
- Fingernägel und Ringe können das Gestrick beschädigen. Leg Schmuck und Uhr vorher ab.
- Gleichmäßig statt ruckartig. Zieh den Strumpf gleichmäßig und nicht in einem Ruck herunter.
Wer sich abends etwas Zeit nimmt und sauber abrollt, schont das Gestrick.
Was machst Du direkt nach dem Ausziehen?
Direkt nach dem Ausziehen gehören zwei Dinge zusammen. Wasch den Strumpf, am besten täglich, weil Schweiß und Schmutz laut Leitlinie das Material angreifen können. Und wenn Du Deine Beine eincremst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, denn die phlebologische Fachgesellschaft empfiehlt das Eincremen am Abend nach dem Ausziehen.
Ab in die Wäsche. Wasch den Strumpf am besten jeden Abend nach dem Ausziehen, Schweiß und Schmutz greifen sonst das Material an. Mehr dazu: Kompressionsstrümpfe waschen.
Beine abends eincremen, nicht morgens. Wenn Du pflegende Creme benutzt, ist der Abend der richtige Zeitpunkt. Über Nacht zieht sie ein. Morgens vor dem Anziehen aufgetragen, wandert sie ins Gestrick und macht das Anziehen zusätzlich schwer.
Was tun, wenn sich der Strumpf abends kaum lösen lässt?
Wenn sich der Strumpf abends kaum lösen lässt, obwohl Du sauber abrollst und ein Hilfsmittel nutzt, liegt es oft nicht mehr an der Technik. Dann lohnt der Blick auf die Passform. Umfänge verändern sich, und ein neu gemessener Strumpf kann das Problem lösen. Sprich Deine Ärztin, Deinen Arzt oder das Sanitätshaus an, auch bei Druckstellen oder Hautveränderungen.
Werden Deine Zehen blau oder weiß, oder spürst Du Taubheit oder zunehmende Schmerzen, zieh den Strumpf sofort aus und lass das ärztlich abklären.
Häufige Fragen
Wann ziehe ich Kompressionsstrümpfe abends aus? In der Regel vor dem Schlafengehen. medi beschreibt das Tragen bei Venenleiden als von morgens bis abends. Wie lange in Deinem Fall, legt Deine Ärztin oder Dein Arzt fest. Mehr unter wie lange man Kompressionsstrümpfe trägt.
Darf ich den Strumpf über Nacht anlassen? Halte Dich an das, was mit Dir besprochen wurde. Bei Venenerkrankungen gilt in der Regel: tagsüber tragen, nachts ablegen. Bei Lymphödem gibt es eigene Nacht-Kompressionsstrümpfe, das legt die Praxis fest.
Warum geht es abends schwerer als morgens? Über den Tag können die Beine etwas anschwellen, dann sitzt der Strumpf straffer. Wer sich zu schnell bewegt, kämpft zusätzlich.
Kann ich den Strumpf einfach über die Zehen abstreifen? Besser nicht. Zerren am Strumpf kann das Gestrick beschädigen, Abrollen ist schonender.
Gilt das auch für Stützstrümpfe? Ja, die Technik ist dieselbe: abrollen statt ziehen. Stützstrümpfe ohne Kompressionsklasse stützen leichter und gehen deshalb meist leichter herunter.
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Quellen
- AWMF S2k-Leitlinie Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten (037-005), Version 5.1, 16.07.2026: Empfehlung 15 (Nutzungsdauer und Handhabung), Empfehlung 17 (Waschen), Empfehlung 18 (An- und Ausziehhilfen verordnen), Empfehlung 34 (Warnzeichen), Tagestragen und Nacht-Kompressionsstrümpfe bei Lymphödem
- Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie: Tipps zu Kompressionsstrümpfen: Handschuhe, Fingernägel und Schmuck, Ausziehhilfe ähnlich einem langen Schuhlöffel, Hautpflege am Abend
- KKH: Anziehhilfen: Verordnung und Zuzahlung
- Ofa Bamberg: Kompressionsstrümpfe anziehen und ausziehen: Technik beim Ausziehen, nicht am Strumpf ziehen, Schmuck ablegen, An- und Ausziehhilfe für beide Richtungen
- Sigvaris: Tipps zum An- und Ausziehen: Ausziehen ist meist leichter als Anziehen, schwerer bei zu schnellen Bewegungen
- Juzo: Häufige Fragen: Schwellung im Tagesverlauf, tägliches Waschen
- medi: Kompressionsstrümpfe wie lange tragen?: Tragen von morgens bis abends, zum Schlafen ausziehen
Recherchiert von der LEVANA Redaktion, auf Basis medizinischer Leitlinien. Zu den Gästen im LEVANA Podcast
