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Kompressionsstrümpfe zu eng? So erkennst Du den Unterschied

Fest oder zu eng? Woran Du erkennst, ob Dein Kompressionsstrumpf richtig sitzt, was Du selbst prüfen kannst und wann Du nicht weiterprobieren solltest.

Frau klappt den Bund eines beigen Kompressionskniestrumpfs um, darunter ist ein leichter Druckabdruck auf der Haut zu sehen.

KI-generiertes Bild.

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Ein Kompressionsstrumpf soll fest und gleichmäßig anliegen, am Knöchel am festesten. Zu eng ist er, wenn er an einer Stelle deutlich stärker drückt, am oberen Rand einschneidet, tiefe Rillen hinterlässt oder die Zehen kalt, taub oder kribbelig werden. Oft steckt eine Falte oder ein umgeschlagener Bund dahinter. Bei Taubheit, Schmerzen oder Verfärbungen lass es ärztlich abklären.

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Auf einen Blick

  • Gleichmäßig fest ist normal. Punktuell drückend ist es nicht.
  • Am Knöchel ist der Druck am höchsten, nach oben nimmt er ab. Das ist so vorgeschrieben.
  • Eine typische Ursache für „zu eng" ist eine Falte, nicht die Größe.
  • Ein leichter Abdruck nach dem Ausziehen ist unbedenklich, tiefe Rillen sind es nicht.
  • Bei Taubheit, Kribbeln, Schmerzen oder Verfärbungen hört das Selbstprüfen auf.

Wie erkennst Du, ob ein Kompressionsstrumpf zu eng ist?

Ein Kompressionsstrumpf ist wahrscheinlich zu eng, wenn er nicht gleichmäßig fest sitzt, sondern an einer Stelle deutlich stärker drückt, am oberen Rand einschneidet oder Spuren hinterlässt, die nach dem Ausziehen bleiben. Dass er am Knöchel fester sitzt als an der Wade, ist dagegen normal. Kalte, taube oder kribbelnde Zehen sind ein Grund, nicht weiterzuprobieren.

Fühlt sich so anSpricht für
Gleichmäßig fest am ganzen UnterschenkelNormaler Sitz
Fester am Knöchel als an der WadeNormaler Sitz, so ist das Gestrick aufgebaut
Ungewohnt in den ersten Tagen, dann weniger auffälligGewöhnung
Drückt an einer Stelle deutlich stärkerFalte, Verdrehung oder Passform
Schneidet am oberen Rand einBund umgeschlagen, eingerollt oder Umfang stimmt nicht
Zehen werden kalt, taub oder kribbelnNicht weiterprobieren, abklären lassen

Der Druckverlauf überrascht viele. Die Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 387/1 verlangen einen kontinuierlichen Druckabfall von der Fessel nach oben, und das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands fordert ebenfalls einen nach oben abnehmenden Druck. Unten fester als oben ist also kein Hinweis auf eine falsche Größe.

Wie prüfst Du selbst, ob der Strumpf zu eng sitzt?

Du prüfst den Sitz in vier Schritten. Such zuerst nach Falten, achte dann darauf, ob der Druck gleichmäßig ist oder an einer Stelle heraussticht, und sieh Dir nach dem Ausziehen die Haut an. Wenn diese drei Schritte nichts erklären, lass Wade und Fessel im Sanitätshaus neu messen, denn Beinumfänge verändern sich.

1. Falten suchen. Fahr mit flachen Händen über den Strumpf, besonders am Knöchel, in der Kniekehle und über dem Spann. Wo das Gestrick doppelt liegt, drückt es punktuell. Ofa warnt, dass Falten den definierten Druckverlauf unterbrechen und schmerzhaft einschnüren können. Ausstreichen, nicht zupfen.

2. Auf die Art des Drucks achten. Ist es überall gleichmäßig fest, oder sticht eine Stelle heraus? medi rät, darauf zu achten, dass das Material gleichmäßig verteilt ist und sich nicht in der Kniekehle sammelt.

3. Die Haut nach dem Ausziehen ansehen. Ein leichter Abdruck des Gestricks ist normal und verschwindet nach kurzer Zeit. Nicht normal sind tiefe Rillen, die bleiben, blasse oder verfärbte Stellen und Druckstellen an immer derselben Position.

4. Neu messen lassen. Beinumfänge verändern sich, zum Beispiel mit dem Gewicht. medi empfiehlt deshalb, die Maße regelmäßig im Fachhandel überprüfen zu lassen. Wie Wade und Fessel gemessen werden, haben wir separat aufgeschrieben.

Warum fühlen sich Kompressionsstrümpfe zu eng an?

Kompressionsstrümpfe fühlen sich meist aus einem von fünf Gründen zu eng an. Sie wurden am Bund hochgezogen statt abgerollt, der Bund ist umgeschlagen, der Strumpf sitzt verdreht, er wurde erst spät am Tag angezogen, oder er ist eine Nummer zu klein. Die ersten vier Ursachen kannst Du selbst beheben, die Größe klärt das Sanitätshaus.

Am Bund gezogen statt abgerollt. Zug am oberen Rand überdehnt das Gestrick dort und staucht es weiter unten. Ofa rät, den Strumpf sanft nach oben zu arbeiten, ohne das Gestrick zu überdehnen. Die Technik steht unter Kompressionsstrümpfe anziehen.

Der Bund ist umgeschlagen. Ein umgeschlagener Rand liegt doppelt und schnürt genau dort ein. Trag ihn nie umgeschlagen.

Der Strumpf sitzt verdreht. Wenn die Ferse nicht in der Fersenkappe sitzt, liegen die Zonen an der falschen Stelle. Weitere Sitzfehler findest Du unter typische Fehler beim Anziehen.

Zu spät am Tag angezogen. Juzo weist darauf hin, dass die Beine im Laufe des Tages anschwellen. Ofa empfiehlt deshalb, die Strümpfe direkt nach dem Aufstehen anzuziehen.

Eine Nummer kleiner gekauft. Kommt vor, wenn jemand denkt, fester sei besser. Medizinische Kompressionsstrümpfe werden nach gemessenen Körpermaßen und einem festen Maßschema ausgewählt, nicht nach Gefühl. Wie Du die Größe richtig abliest, steht unter Welche Größe bei Kompressionsstrümpfen?.

Kann ein zu weiter Strumpf einschnüren?

Ja. Ein Strumpf, dessen Gestrick nachgelassen hat, rutscht und rollt sich am oberen Rand ein. Dieser eingerollte Wulst schnürt dann punktuell ein, und es fühlt sich eng an, obwohl der Strumpf eigentlich zu weit geworden ist. Wenn der Rand sich regelmäßig einrollt, prüf deshalb auch, wie alt Dein Paar ist.

Mehr dazu unter rutschende Kompressionsstrümpfe und Tragedauer und Haltbarkeit.

Welche Symptome bei zu engen Kompressionsstrümpfen solltest Du abklären lassen?

Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schmerzen, kalte oder verfärbte Zehen, Druckstellen, die nach dem Ausziehen bleiben, und offene Stellen oder Hautveränderungen solltest Du ärztlich abklären lassen. Das gilt auch, wenn ein Strumpf trotz korrektem Sitz an einer Stelle deutlich stärker drückt. Bei diesen Zeichen hört das Selbstprüfen auf, egal wie lange Du die Versorgung schon trägst.

Bei Taubheit, zunehmenden Schmerzen oder blau oder weiß verfärbten Zehen zieh den Strumpf sofort aus. Die Leitlinie zur Kompressionstherapie nennt diese Zeichen als Grund, die Kompression sofort abzunehmen. Lass ärztlich abklären, wenn Du eines davon bemerkst:

  • Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schmerzen
  • Zehen, die kalt werden oder sich verfärben
  • Druckstellen, die nach dem Ausziehen bleiben
  • offene Stellen oder Hautveränderungen
  • ein Strumpf, der trotz korrektem Sitz an einer Stelle deutlich stärker drückt

Deine Ärztin, Dein Arzt oder das Sanitätshaus sind die richtige Adresse.

Häufige Fragen

Muss ein Kompressionsstrumpf drücken? Er soll fest und gleichmäßig anliegen. Punktuelles Drücken an einer einzelnen Stelle ist dagegen ein Hinweis auf eine Falte, einen verdrehten Sitz oder eine Passform, die nicht mehr stimmt.

Wie lange dauert die Gewöhnung? Die ersten Tage fühlen sich für die meisten ungewohnt an. Wenn es nicht nach und nach weniger auffällig wird, lohnt der Blick auf Sitz und Passform.

Kann ich den Bund umschlagen, wenn er einschneidet? Nein. Ein umgeschlagener Rand liegt doppelt und drückt an dieser Stelle zusätzlich. Wenn der Bund einschneidet, gehört der Umfang geprüft.

Ob Klasse, Größe oder Passform das Problem ist, klärt Kompressionsklasse 1 oder 2.

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Quellen

Recherchiert von der LEVANA Redaktion, auf Basis medizinischer Leitlinien. Zu den Gästen im LEVANA Podcast