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Thrombosestrümpfe oder Kompressionsstrümpfe? Der Unterschied

Thrombosestrümpfe sind für das Liegen im Krankenhaus, Kompressionsstrümpfe für den Alltag. Was sie unterscheidet, wann Du welche brauchst und was beim Fliegen gilt.

Zwei gefaltete Kompressionsstrümpfe nebeneinander auf hellem Leinen, links ein feines beiges, rechts ein dichteres schwarzes Gestrick, daneben ein Maßband.
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Thrombosestrümpfe und Kompressionsstrümpfe sehen sich ähnlich, haben aber verschiedene Aufgaben. Thrombosestrümpfe, fachlich Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS), sind für Menschen gedacht, die im Krankenhaus liegen, etwa nach einer Operation. Sie drücken nur leicht. Medizinische Kompressionsstrümpfe sind für den Alltag im Stehen und Gehen. Sie haben eine Kompressionsklasse mit einem Druck, der von der Fessel nach oben abnimmt, und werden ärztlich verordnet. Für lange Flugreisen hält die aktuelle Leitlinie in der Regel keine speziellen Prophylaxemaßnahmen für nötig, sondern rät zu einfachen Basismaßnahmen.

Stand: Oktober 2026. Die Quellen sind unten verlinkt.

Auf einen Blick

  • Thrombosestrümpfe (MTPS): für das Liegen, meist im Krankenhaus, mit einem niedrigen Druck von etwa 15 bis 18 mmHg.
  • Medizinische Kompressionsstrümpfe: für den Alltag, mit Kompressionsklasse und einem Druck, der von unten nach oben abnimmt. Sie werden ärztlich verordnet, zum Beispiel bei Venenerkrankungen oder nach einer Thrombose.
  • Stützstrümpfe: frei verkäuflich, mit leichter Stützkraft und ohne Kompressionsklasse. Sie sind keine Thromboseprophylaxe.
  • Fliegen: Lange Flug- oder Busreisen bergen laut Leitlinie ein leicht erhöhtes Thromboserisiko, erfordern aber in der Regel keine speziellen Prophylaxemaßnahmen. Empfohlen sind Trinken, Fußwippen, kein Alkohol und keine enge Kleidung.
  • Wenn Du Risikofaktoren hast, etwa eine frühere Thrombose, sprich vor einer langen Reise mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Was sind Thrombosestrümpfe?

Thrombosestrümpfe gehören laut der S3-Leitlinie zur Thromboseprophylaxe zu den physikalischen Maßnahmen gegen eine Thrombose, neben Bewegung und Medikamenten. Es gibt sie als Waden- oder Oberschenkelstrumpf, sie werden individuell angepasst. Laut Ofa sind sie meist weiß und für Menschen gedacht, die bettlägerig sind oder gerade operiert wurden.

Ihr Druck ist niedrig, etwa 15 bis 18 mmHg, und laut der Leitlinie zur Venenthrombose meist ohne abgestuften Druckverlauf. Für Menschen, die wieder auf den Beinen sind, ist ihr Arbeitsdruck laut Leitlinie zu gering. Deshalb werden Thrombosestrümpfe nicht für den Alltag und auch nicht zur Behandlung einer Thrombose eingesetzt.

Ob Du im Krankenhaus Thrombosestrümpfe bekommst, entscheidet das Behandlungsteam. Laut Leitlinie ersetzen sie keine Medikamente, wenn diese angezeigt sind.

Was sind medizinische Kompressionsstrümpfe?

Medizinische Kompressionsstrümpfe haben eine Kompressionsklasse. Ihr Druck ist an der Fessel am höchsten und nimmt nach oben ab. In Klasse 1 liegt er an der Fessel bei 18 bis 21 mmHg, in Klasse 2 bei 23 bis 32 mmHg. Sie sind für den Alltag im Stehen und Gehen gemacht, werden ärztlich verordnet und im Sanitätshaus angemessen.

Eingesetzt werden sie zum Beispiel bei Krampfadern, bei einer chronischen venösen Insuffizienz und nach einer Thrombose. Nach einer tiefen Beinvenenthrombose mit Schwellung am Unterschenkel ist laut Leitlinie standardmäßig ein Wadenstrumpf der Kompressionsklasse 2 vorgesehen. Mehr zu den Klassen: Kompressionsklasse 1 oder 2.

Der Unterschied im Überblick

Thrombosestrumpf (MTPS)Medizinischer KompressionsstrumpfStützstrumpf
Wofürim Liegen, meist im Krankenhausim Alltag, im Stehen und Gehenim Alltag, zum Beispiel bei langem Stehen
Druckniedrig, etwa 15 bis 18 mmHgnach Kompressionsklasse, ab 18 mmHgleichte Stützkraft, keine Klasse
Druckverlaufmeist keinervon unten nach oben abnehmendnicht medizinisch festgelegt
Wer entscheidetBehandlungsteamÄrztin oder Arzt, mit Verordnungfrei verkäuflich
Einsatz rund um ThromboseVorbeugung im Krankenhaus, nach Entscheidung des Behandlungsteamsbei einer tiefen Beinvenenthrombose mit Schwellung, ärztlich verordnetkeiner

Leichte Stützstrümpfe ohne Rezept sind kein Ersatz für einen der beiden medizinischen Strümpfe.

Thrombosestrümpfe beim Fliegen?

Lange dauernde Flug- oder Busreisen bergen laut der S3-Leitlinie ein leicht erhöhtes, nicht sicher bezifferbares Thromboserisiko. Sie erfordern aber in der Regel keine speziellen Prophylaxemaßnahmen. Die Leitlinie empfiehlt allen Reisenden einfache Basismaßnahmen:

  • ausreichend trinken
  • einfache Übungen für die Wadenmuskelpumpe, zum Beispiel Fußwippen
  • keinen Alkohol
  • keine zu enge Kleidung

Anders ist es, wenn Du Risikofaktoren hast. Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie nennt dafür zum Beispiel eine frühere Thrombose oder Lungenembolie, eine Operation an Bein, Becken oder Bauch in den letzten vier Wochen oder eine ausgeprägte Gerinnungsstörung. Dann sprich vor der Reise mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Wurden Dir Kompressionsstrümpfe verordnet, trag sie auch unterwegs. Unsere Reisestrümpfe sind Stützstrümpfe ohne Kompressionsklasse und schützen nicht vor einer Thrombose.

Wie lange trägt man Thrombosestrümpfe?

Laut Ofa trägt man Thrombosestrümpfe Tag und Nacht, solange man streng bettlägerig ist. Sobald Du wieder vollständig mobil bist, werden sie in Absprache mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt abgesetzt. Ist danach weiter eine Kompression ärztlich nötig, kommen für den Alltag passende medizinische Kompressionsstrümpfe infrage.

Können Thrombosestrümpfe schaden?

In Studien mit operierten Patientinnen und Patienten traten Hautschäden je nach Studie bei 0 bis 6 % auf. Bei Durchblutungsstörungen der Beinarterien oder offenen Wunden sind Thrombosestrümpfe laut Leitlinie nur mit Vorsicht oder gar nicht einsetzbar. Drückt ein Strumpf, schmerzt er oder verändert sich die Haut, sag dem Behandlungsteam Bescheid.

Warnzeichen

Schwillt ein Bein plötzlich oder einseitig an, schmerzt es oder ist es gerötet, lass es sofort ärztlich abklären und warte nicht ab. Bei Atemnot oder Brustschmerzen wähle sofort die 112. Mehr dazu im TVT-Leitfaden und auf unserer Seite zur tiefen Venenthrombose.

FAQs zu Thrombosestrümpfen

Was ist der Unterschied zwischen Thrombosestrümpfen und Kompressionsstrümpfen?

Thrombosestrümpfe sind für das Liegen gedacht, meist im Krankenhaus, und drücken nur leicht. Medizinische Kompressionsstrümpfe haben eine Kompressionsklasse mit einem Druck, der von der Fessel nach oben abnimmt, und sind für den Alltag im Stehen und Gehen.

Wann sollte man Thrombosestrümpfe tragen?

Wenn das Behandlungsteam sie verordnet, zum Beispiel im Krankenhaus, wenn Du nach einer Operation oder wegen einer Erkrankung viel liegst.

Soll man beim Flug Thrombosestrümpfe tragen?

Nein. Thrombosestrümpfe sind für das Liegen gedacht, nicht für das Sitzen im Flugzeug. Laut Leitlinie erfordern lange Flugreisen meist keine speziellen Prophylaxemaßnahmen. Wichtig sind trinken, Fußwippen, kein Alkohol und keine enge Kleidung. Hast Du Risikofaktoren, etwa eine frühere Thrombose, sprich vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Wie viele Stunden darf man Thrombosestrümpfe tragen?

Laut Ofa trägt man sie Tag und Nacht, solange man streng bettlägerig ist. Wenn Du wieder vollständig mobil bist, werden sie in Absprache mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt abgesetzt.

Wann sollte man keine Thrombosestrümpfe tragen?

Bei Durchblutungsstörungen der Beinarterien und bei offenen Wunden nur nach ärztlicher Abwägung. Im Alltag, wenn Du wieder auf den Beinen bist, sind sie nicht das richtige Mittel.

Können Thrombosestrümpfe schaden?

Sie können auf die Haut drücken. In Studien mit operierten Patientinnen und Patienten traten Hautschäden je nach Studie bei 0 bis 6 % auf. Melde Schmerzen oder Hautveränderungen dem Behandlungsteam.

Darf man bei einer Thrombose Kompressionsstrümpfe tragen?

Ja. Nach einer tiefen Beinvenenthrombose mit Schwellung am Unterschenkel ist laut Leitlinie standardmäßig ein Wadenstrumpf der Kompressionsklasse 2 vorgesehen. Thrombosestrümpfe sind dafür nicht geeignet. Die Kompression verordnet Deine Ärztin oder Dein Arzt.

Welche Hilfsmittel helfen beim Anziehen?

Gummierte Anziehhandschuhe geben Halt am Gestrick, für feste Strümpfe gibt es Anziehhilfen. Wie es Schritt für Schritt geht, steht in Kompressionsstrümpfe richtig anziehen.

Fazit

Thrombosestrümpfe sind für das Liegen im Krankenhaus gedacht, medizinische Kompressionsstrümpfe für den Alltag, und Stützstrümpfe sind keines von beiden. Für lange Flüge reichen laut Leitlinie in der Regel Bewegung, Trinken und lockere Kleidung. Mit Risikofaktoren klärst Du die Reise vorher ärztlich.


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Quellen

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wende Dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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