Levana als App

Erinnerungen und schneller Zugriff.

LadenLaden
Ratgeber Beingesundheit

Lymphödem: Stadien, Ursachen und Behandlung mit KPE

Lymphödem verstehen: Stadien 0 bis III, primäres und sekundäres Lymphödem, das Stemmer-Zeichen, die Entstauungstherapie (KPE) in zwei Phasen und wann Du sofort zum Arzt solltest.

Wellness-App, keine medizinische Diagnose

5 Minuten. Keine Anmeldung nötig für den Check. Sofortige Einordnung.

Ärztin untersucht das Bein einer Patientin mit einem Ultraschallgerät.

LEVANA ist eine Wellness-App und stellt keine medizinische Diagnose. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Selbstfürsorge im Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten oder starken Beschwerden wende Dich an eine Fachperson oder den Notdienst.

Ein Lymphödem ist eine chronische Schwellung, die entsteht, wenn Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen kann und sich im Gewebe staut, oft an Armen oder Beinen. Es wird in die Stadien 0 bis III eingeteilt: von einem Stadium ohne sichtbare Schwellung über eine weiche Schwellung, die beim Hochlegen abnimmt, bis zu einer harten, verformenden Schwellung, oft mit Hautveränderungen. Standard der Behandlung ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) aus Lymphdrainage, Kompression, Hautpflege, Bewegung und Schulung. Ein Lymphödem bleibt ein Leben lang bestehen, sein Fortschreiten lässt sich mit ausreichender Behandlung aber verhindern.

Stand: Oktober 2026. Die Quellen sind unten verlinkt.

Auf einen Blick

  • Was ist ein Lymphödem? Eine Schwellung durch gestauten Lymphabfluss, weil Lymphgefäße oder Lymphknoten nicht richtig arbeiten oder geschädigt sind.
  • Primär oder sekundär: angeboren und genetisch bedingt, oder erworben, am häufigsten nach Krebserkrankungen und deren Behandlung, etwa der Entfernung von Lymphknoten oder einer Bestrahlung.
  • Stadien: 0 (keine sichtbare Schwellung) bis III (harte, verformende Schwellung).
  • Beschwerden: Schwellung, Spannungs- und Schweregefühl, Schmerzen, Hautveränderungen, eingeschränkte Beweglichkeit.
  • Behandlung: KPE in zwei Phasen, erst Entstauung, dann Erhalt. Operation erst, wenn die Behandlung nach 6 Monaten nicht ausreichend geholfen hat.
  • Warnzeichen: Rötung, Überwärmung, Schmerz und Fieber können eine Wundrose sein: noch am selben Tag ärztlich abklären, bei hohem Fieber mit Schüttelfrost, rasch ausbreitender Rötung oder Verwirrtheit die 112.

Was ist ein Lymphödem?

Die Lymphflüssigkeit fließt in Lymphgefäßen durch den ganzen Körper. Sie transportiert unter anderem Eiweiße, Salze und Abwehrzellen und sorgt für die Entwässerung des Gewebes. Sind Lymphgefäße oder Lymphknoten geschädigt, staut sich die Lymphe, und es entsteht eine Schwellung. Die gestaute Flüssigkeit ist eiweißreich. In fortgeschrittenen Stadien verhärtet das Gewebe, und die Schwellung lässt sich mit dem Finger kaum noch eindrücken.

Ein Lymphödem ist laut gesund.bund.de eine chronische Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann. Grundsätzlich kann jeder Körperbereich betroffen sein, oft sind es Arme oder Beine.

Primäres und sekundäres Lymphödem

  • Primäres Lymphödem: genetisch bedingt. Es betrifft etwa eines von 6.000 Neugeborenen, Mädchen zehnmal häufiger als Jungen.
  • Sekundäres Lymphödem: erworben und deutlich häufiger, in Industriestaaten bei schätzungsweise 0,1 bis 2 Prozent der Menschen. Die häufigsten Ursachen sind Krebserkrankungen und Krebsbehandlungen wie die Entfernung von Lymphknoten oder eine Bestrahlung. Auch Verletzungen und andere Erkrankungen können es auslösen.

Die Stadien des Lymphödems

Die Stadien beschreiben das Gewebe. Die Lymphödem-Leitlinie (AWMF 058-001, Stand 2017, abgelaufen und in Überarbeitung) teilt sie so ein:

StadiumWas dabei passiert
0 (Latenzstadium)noch keine sichtbare Schwellung, die Lymphszintigrafie kann aber schon auffällig sein
I (spontan rückbildungsfähig)weiche Schwellung, Hochlegen verringert sie
II (nicht spontan rückbildungsfähig)Schwellung mit Gewebeveränderungen, Hochlegen beseitigt sie nicht mehr
IIIharte, verformende Schwellung, teils in Lappenform, teils mit typischen Hautveränderungen

Auch der Diagnoseschlüssel ICD-10-GM verschlüsselt das erworbene Lymphödem (I89.0-) an Armen und Beinen nach Stadium I bis III. Das Latenzstadium fällt dort unter „sonstiges Lymphödem“.

Was Stadium II bedeutet: Ab hier geht die Schwellung beim Hochlegen nicht mehr vollständig zurück, weil sich das Gewebe bereits verändert hat. Laut Leitlinie ist das Ziel der Behandlung, das Lymphödem in einen ödemfreien Zustand oder ein niedrigeres Stadium zurückzuführen. Laut gesund.bund.de kann sich mit ausreichender Behandlung selbst ein ausgeprägtes Lymphödem wieder zurückbilden.

Symptome und Folgen

Häufig sind laut gesund.bund.de:

  • Schwellung
  • Spannungs- und Schweregefühl
  • Schmerzen
  • Hautveränderungen
  • eingeschränkte Beweglichkeit

Mit der Zeit kann die Haut dicker und fester werden, sich verfärben und warzenartige Veränderungen bilden. Die Leitlinie nennt außerdem eine erhöhte Anfälligkeit für Wundrose (Erysipel) und für Pilzinfektionen, weil die Abwehr im gestauten Gewebe gestört ist. Deshalb ist Hautpflege ein fester Teil der Behandlung.

Das Stemmer-Zeichen

Ärztinnen und Ärzte prüfen beim Verdacht auf ein Lymphödem unter anderem das Stemmer-Zeichen: Sie versuchen, die Haut über dem Grundglied der zweiten oder dritten Zehe oder des zweiten oder dritten Fingers zu einer Falte abzuheben. Lässt sich die Haut wegen Verhärtung kaum oder gar nicht abheben, gilt das Zeichen als positiv. Es spricht für eine Verhärtung des Gewebes, wie sie beim Lymphödem typisch ist. Ein negatives Zeichen schließt ein Lymphödem aber nicht sicher aus. Die Diagnose stellt deshalb die Ärztin oder der Arzt, nicht ein Selbsttest.

Lymphödem, Lipödem oder etwas anderes?

LymphödemLipödem
Was schwillt?Lymphflüssigkeit, später auch verhärtetes GewebeFettgewebe, schmerzhaft
Seiteneinseitig oder beidseitig, auch ungleichimmer symmetrisch
Füße und Händekönnen mitbetroffen sein, etwa mit kastenförmigen Zehennicht betroffen
Stemmer-Zeichenpositiv bei Verhärtung, ein negatives Zeichen schließt es nicht ausnegativ, solange kein Lymphödem dazukommt

Laut Lipödem-Leitlinie kann bei einer gleichzeitig bestehenden Adipositas ein Adipositas-assoziiertes Lymphödem entstehen. Mehr dazu in Lipödem, Lymphödem oder Adipositas. Auch Venenleiden können Beine anschwellen lassen, siehe chronische Veneninsuffizienz.

Diagnose

Im Gespräch fragt die Ärztin oder der Arzt laut gesund.bund.de nach Lymphödemen oder Gefäßerkrankungen in der Familie, nach Operationen, Vorerkrankungen und einer früheren oder bestehenden Krebserkrankung. Untersucht werden die Schwellung und die Haut, laut Leitlinie auch das Stemmer-Zeichen. Ist die Diagnose danach nicht eindeutig, kommen Ultraschall, eine Lymphszintigrafie, die den Lymphtransport sichtbar macht, oder andere bildgebende Verfahren infrage, bei Verdacht auf ein primäres Lymphödem auch genetische Untersuchungen.

Behandlung: die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)

Standard der Behandlung ist laut Leitlinie die KPE. Sie besteht aus fünf aufeinander abgestimmten Bausteinen:

  1. Hautpflege, bei Bedarf auch Behandlung von Hautproblemen
  2. Manuelle Lymphdrainage, eine spezielle Massage, die den Lymphabfluss anregt
  3. Kompression mit mehrlagigen Verbänden und lymphologischen Kompressionsstrümpfen
  4. Bewegung und Sport, die die Entstauung fördern
  5. Aufklärung und Schulung zur Selbstbehandlung

Zwei Phasen

  • Phase I, Entstauung: Alle Bausteine werden möglichst täglich ein- bis zweimal angewendet, in spezialisierten Einrichtungen, ambulant oder stationär.
  • Phase II, Erhalt und Optimierung: Die Bausteine werden je nach Befund weitergeführt, um das Ergebnis zu halten. Je nach Verlauf kann Phase I wiederholt werden müssen.

Kompression

Kompression ist laut der Kompressions-Leitlinie (AWMF 037-005, 2026) ein fester Bestandteil der KPE. Sie verringert die Schwellung und hält den entstauten Zustand. Im Stadium I und II reicht meist Kompressionsklasse 2, im Stadium III ist oft ein höherer Druck nötig. Gerade beim ausgeprägten Lymphödem sind flachgestrickte Strümpfe nach Maß laut Leitlinie nicht nur zu bevorzugen, sondern notwendig, etwa bei ungewöhnlichen Beinformen, großen Umfangsunterschieden oder wenn Zehen oder Finger mitversorgt werden müssen. Welche Klasse und welche Strumpfart, legt Deine Ärztin oder Dein Arzt fest. Flachgestrickte Strümpfe sollten laut Leitlinie immer nach Maß angefertigt werden.

Ist ein Lymphödem an Arm oder Bein unter der KPE nicht ausreichend kompensiert, sollte laut IPK-Leitlinie (AWMF 037-007) zusätzlich eine apparative Kompression mit Luftmanschetten (intermittierende pneumatische Kompression) eingesetzt werden. Ergänzend zur KPE kann sie auch sonst infrage kommen.

Wann die KPE nicht oder nur eingeschränkt infrage kommt

Laut gesund.bund.de gehören dazu unter anderem Herzschwäche, eine akute tiefe Beinvenenthrombose und eine akute schwere Wundrose. Das klärt die Ärztin oder der Arzt vor der Behandlung.

Gewicht und Bewegung

Vor allem für übergewichtige Menschen mit Lymphödem können eine Gewichtsabnahme und Sport für Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft von Vorteil sein.

Operation

Eine Operation kommt laut gesund.bund.de erst infrage, wenn die konservative Behandlung nach 6 Monaten nicht ausreichend geholfen hat.

Was Du selbst tun kannst

  1. Kompression konsequent tragen, so wie sie Dir verordnet wurde.
  2. Die Haut täglich pflegen und kontrollieren, kleine Verletzungen, Risse und Pilzinfektionen früh behandeln lassen.
  3. In Bewegung bleiben, zum Beispiel mit Gymnastik oder Rehasport.
  4. Selbstbehandlung lernen, wie sie Dir in der Schulung gezeigt wurde.
  5. Begleiterkrankungen behandeln lassen, etwa Diabetes oder ein Venenleiden, die den Lymphfluss zusätzlich beeinträchtigen können.

Wann zum Arzt?

SituationWas tun
Atemnot, Brustschmerz oder HerzrasenSofort 112
Ein Arm oder Bein schwillt plötzlich an, schmerzt oder ist warmSofort ärztlich abklären, Verdacht auf Thrombose
Haut gerötet, überwärmt, schmerzhaft, teils mit Fieber und KrankheitsgefühlNoch am selben Tag ärztlich abklären, Verdacht auf Wundrose
Hohes Fieber mit Schüttelfrost, rasch ausbreitende Rötung oder VerwirrtheitSofort 112
Eine Schwellung an Arm oder Bein nach einer KrebsbehandlungZeitnah in der Praxis ansprechen
Schwellung, die beim Hochlegen nicht mehr ganz zurückgehtTermin in der Hausarztpraxis oder lymphologischen Praxis

Häufige Fragen

Ist ein Lymphödem heilbar? Ein Lymphödem bleibt laut gesund.bund.de ein Leben lang bestehen. Sein Fortschreiten lässt sich mit ausreichender Behandlung aber verhindern, und selbst ein ausgeprägtes Lymphödem kann sich wieder zurückbilden. Ziel der Behandlung ist laut Leitlinie ein ödemfreier Zustand oder ein niedrigeres Stadium.

Was bedeutet Lymphödem Stadium 2? Im Stadium II hat sich das Gewebe bereits verändert. Die Schwellung geht beim Hochlegen nicht mehr vollständig zurück. Ziel der Entstauungstherapie ist laut Leitlinie, es in einen ödemfreien Zustand oder ein niedrigeres Stadium zurückzuführen.

Wie wird ein Lymphödem behandelt? Mit der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) aus Hautpflege, manueller Lymphdrainage, Kompression, Bewegung und Schulung, erst zur Entstauung, dann zum Erhalt. Eine Operation kommt erst infrage, wenn das nach 6 Monaten nicht ausreichend geholfen hat.

Muss ich die Kompression ein Leben lang tragen? Ein Lymphödem bleibt laut gesund.bund.de ein Leben lang bestehen, und Kompression gehört laut Leitlinie auch zur Erhaltungsphase der KPE, weil sie den entstauten Zustand hält. Ab Stadium II ist Kompression laut Leitlinie auf Dauer angezeigt. Wie lange und in welcher Form, entscheidet Deine Ärztin oder Dein Arzt.

Übernimmt die Krankenkasse die Lymphdrainage? Manuelle Lymphdrainage und Kompressionsstrümpfe kann Deine Ärztin oder Dein Arzt bei einem Lymphödem verordnen. Als gesetzlich versicherte Person zahlst Du dann in der Regel nur die gesetzliche Zuzahlung.

Was ist ein Lipo-Lymphödem? Ein Lipödem, zu dem ein Lymphödem hinzukommt. Laut Lipödem-Leitlinie kann ein solches Lymphödem auf Basis einer gleichzeitigen Adipositas entstehen. Im Diagnoseschlüssel werden beide getrennt verschlüsselt. Mehr dazu in Lipödem Stadien 1, 2 und 3.

Was ist ein idiopathisches Ödem? Laut Lipödem-Leitlinie ist das idiopathische Ödem, auch Flüssigkeitsretentionssyndrom genannt, ein eigenes Krankheitsbild: symmetrische Schwellungen, die im Tagesverlauf zunehmen und auch Füße, Hände, Bauch oder Gesicht betreffen können. Es darf laut Leitlinie nicht mit dem Lipödem verwechselt werden und kann zusammen mit ihm auftreten. Wie jede ungeklärte Schwellung gehört es in ärztliche Abklärung.

Wie LEVANA Dich begleitet

LEVANA ersetzt keine lymphologische Behandlung. Im Alltag kann Dich die App mit Erinnerungen an Kompression, Hautpflege und Bewegung unterstützen.

Quellen

Alle abgerufen am 6. Oktober 2026.

Weiterführende LEVANA-Artikel

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Rötung, Überwärmung und Fieber an einem geschwollenen Arm oder Bein lass Dich noch am selben Tag untersuchen, bei Atemnot oder Brustschmerz wähle die 112.

Der nächste Schritt in der App

Starte mit dem kostenlosen Bein Check für eine strukturierte Einordnung, oder registriere Dich für ein geführtes Programm.